{"id":1269,"date":"2024-06-25T13:32:48","date_gmt":"2024-06-25T11:32:48","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/?p=1269"},"modified":"2024-06-27T10:24:15","modified_gmt":"2024-06-27T08:24:15","slug":"9-netzwerktreffen-biodiversitaet-schutz-durch-nutzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/9-netzwerktreffen-biodiversitaet-schutz-durch-nutzung\/","title":{"rendered":"9. Netzwerktreffen: Biodiversit\u00e4t &#8211; Schutz durch Nutzung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1270 alignleft\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"126\" height=\"95\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-scaled.jpg 2560w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-300x226.jpg 300w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-768x578.jpg 768w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_115820-2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 126px) 100vw, 126px\" \/>Am 06. Juni 2024 fand unser 9. Netzwerktreffen statt. Unter dem Motto \u201eBiodiversit\u00e4t \u2013 Schutz durch Nutzung\u201c hatte das Kernteam des \u201eNetzwerks Nachhaltigkeit in der Wirtschaft\u201c in den Bienenlehrgarten des Imkervereins \u201eUnstruttal Nebra und Umgebung\u201c in Nebra eingeladen, um zu er\u00f6rtern, inwieweit Naturschutz und die Befriedigung menschlicher Bed\u00fcrfnisse in Einklang gebracht werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hintergrund f\u00fcr die Veranstaltung war, dass Naturschutzgebiete oft kontrovers diskutiert werden. Sollen neue Gebiete unter Schutz gestellt werden, l\u00f6st das bei den dort ans\u00e4ssigen Menschen und Unternehmen durchaus Besorgnis aus. F\u00fcr das Ziel der Vereinten Nationen, bis zum Jahr 2030 mindestens 30 Prozent der weltweiten \u00d6kosysteme unter Schutz zu stellen, w\u00e4re das allerdings notwendig. Das \u201eNetzwerk Nachhaltigkeit in der Wirtschaft\u201c vertritt die Ansicht, dass das kein Gegensatz sein muss und setzt sich f\u00fcr einen respektvollen Umgang mit der Natur und dem Menschen ein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1274\" aria-describedby=\"caption-attachment-1274\" style=\"width: 266px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1274\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image5.jpeg\" alt=\"\" width=\"266\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image5.jpeg 640w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image5-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 266px) 100vw, 266px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1274\" class=\"wp-caption-text\">Netzwerkpartner &#8222;Nachhaltigkeit in der Wirtschaft&#8220; pr\u00e4sentieren sich<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die 20 anwesenden G\u00e4ste konnten zun\u00e4chst in der herrlichen Anlage des Bienenlehrgartens einen Mittagsimbiss genie\u00dfen und kamen dar\u00fcber ins Gespr\u00e4ch, wie erhaltenswert die einzigartige Kulturlandschaft der Saale-Unstrut-Region ist.<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnet wurde der Nachmittag von unserer Netzwerksprecherin, Dr. Sophie K\u00fchling, mit einem Zitat des Naturforschers Carl von Linn\u00e9: <em>\u201eIn den kleinen Dingen zeigt die Natur die allergr\u00f6\u00dften Wunder.\u201c<\/em>. Dazu geh\u00f6ren selbstverst\u00e4ndlich Bienen sowie das Engagement des hiesigen Imkervereins, welches beispielhaft zeigt, wie durch regionale Aktionen zu einer lebenswerten Umwelt beigetragen werden kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1271\" aria-describedby=\"caption-attachment-1271\" style=\"width: 200px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1271\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image0-rotated.jpeg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image0-rotated.jpeg 480w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image0-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1271\" class=\"wp-caption-text\">Bienenwabe mit schl\u00fcpfenden Bienen und Arbeiterinnen, Brut- und Honigwaben.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dr. K\u00fchling betonte auch die Notwendigkeit der sektor\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit, wie sie im Netzwerk mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft gelebt wird. Zum einen, um die verschiedenen Welten in den Austausch zu bringen, zum anderen, um passende Partner zu finden. Nur selten kann einer allein eine nachhaltige L\u00f6sung realisieren. Ziel der Veranstaltung ist es, insbesondere die Nutzungsperspektive beim Thema biologische Vielfalt zu beleuchten. Denn auch wenn die Natur an sich sch\u00fctzenswert ist, so ist es im Alltag meist so, dass man vor allem das, was man auch nutzt, kennt und in der Regel sch\u00e4tzt. Dann ist die Motivation, dies auch zu sch\u00fctzen, gr\u00f6\u00dfer.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend stellte Sven Sommer, Vorsitzender des Imkervereins und als Vertreter der Handwerkskammer Halle (Saale) auch im Kernteam des Netzwerkes, unsere Gastgeber vor. Bereits zu DDR-Zeiten hatte man sich in Nebra und Umgebung der Imkerei gewidmet. Heute nimmt man im Bereich der Neuimkerkurse eine Schl\u00fcsselrolle in Sachsen-Anhalt ein. Seit 2004 betreibt der Imkerverein \u201eUnstruttal Nebra und Umgebung\u201c den Bienenlehrgarten, dessen Ziel es neben der Nachwuchsgewinnung ist, Bildungsformate insbesondere f\u00fcr Kinder und Jugendliche anzubieten. Davon wird rege Gebrauch gemacht.<\/p>\n<p>Es folgten Vorstellungen regionaler Unternehmer:<\/p>\n<figure id=\"attachment_1273\" aria-describedby=\"caption-attachment-1273\" style=\"width: 379px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1273\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image4.jpeg\" alt=\"\" width=\"379\" height=\"284\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image4.jpeg 640w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image4-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 379px) 100vw, 379px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1273\" class=\"wp-caption-text\">Produkte der Netzwerkpartner von &#8222;Handgemacht Saale-Unstrut&#8220;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Karsten Hey stellte das regionale Netzwerk \u201eHandgemacht Saale-Unstrut\u201c vor, ein Projekt des Saale-Unstrut-Tourismus e.V.. Hier wird traditionelles Handwerk, \u00f6kologische Landwirtschaft und der Kreativbereich mit Erlebnisangeboten verkn\u00fcpft, um eine regionale Identit\u00e4t unter Einbeziehung lokaler Wirtschaftskreisl\u00e4ufe zu entwickeln. Die derzeit 50 Netzwerkpartner (davon 44 in Sachsen-Anhalt und 6 in Th\u00fcringen) werden mittels Veranstaltungen bei der Vermarktung unterst\u00fctzt, zum Austausch und Wissenstransfer angeregt und die Nachhaltigkeit durch Kooperation untereinander verst\u00e4rkt.<\/p>\n<p>So wird beispielsweise die B\u00e4ckerei \u201eSommerwerk\u201c durch die Belieferung mit regionalen Rohstoffen unterst\u00fctzt. Gleichzeitig ist der B\u00e4cker im Dorf oftmals ein Ort der Kommunikation, an dem auch nach der Herkunft der Produkte gefragt wird. Netzwerkpartner setzen sich u. a. f\u00fcr den Natur- und Artenschutz ein, etwa durch Landschaftspflege wie ihn der \u201eSchafhof Eric Peter\u201c oder die Cider-Manufaktur \u201eTrinkender Zobel\u201c betreiben. Letztere nutzt Streuobstwiesen, um ein \u00f6kologisches Gleichgewicht herzustellen. Die zentrale Herausforderung von \u201eHandgemacht Saale-Unstrut\u201c ist es, die regionalen Produkte zentral zu vermarkten und vernetzte Lieferketten aufzubauen. Von der Qualit\u00e4t der Produkte konnten sich die Teilnehmer des Netzwerktreffens anhand einiger mitgebrachter Erzeugnisse wie der K\u00fcrbiskerne von Landwirt Reinhard oder des Zuckerwerks vom \u201eBonbonmann\u201c aus Zeitz \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes sprach Christian Hodel von \u201eLiederst\u00e4dter \u2013 Das Original\u201c. Der Ein-Mann-Betrieb ist ebenfalls Mitglied bei \u201eHandgemacht Saale-Unstrut\u201c. Seit zehn Jahren stellt Herr Hodel aus Leidenschaft Lik\u00f6re her. Verarbeitet werden ausschlie\u00dflich regionale Rohstoffe nach selbst entwickelten Rezepten. K\u00fcnstliche Aromen und Farben werden nicht verwendet. Mittlerweile kann Herr Hodel von seiner T\u00e4tigkeit leben, steht aber in Konkurrenz zur Massenindustrie. Dennoch soll das Unternehmen nicht zu sehr expandieren, denn ab einem gewissen Punkt geht die Naturbelassenheit im Anbau verloren. Als verantwortungsbewusster Unternehmer m\u00f6chte er auch die Region st\u00e4rken, zum Beispiel durch Marketingprodukte f\u00fcr St\u00e4dte wie Merseburg, Nebra oder Bad Sulza, f\u00fcr die er einen Sole-Lik\u00f6r produziere.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1280\" aria-describedby=\"caption-attachment-1280\" style=\"width: 123px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1280\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image2-rotated.jpeg\" alt=\"\" width=\"123\" height=\"164\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image2-rotated.jpeg 480w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image2-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"(max-width: 123px) 100vw, 123px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1280\" class=\"wp-caption-text\">Bienenk\u00f6nigin (Biene mit gr\u00fcnem Punkt)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Grundlage f\u00fcr die Herstellung des Liederst\u00e4dter Lik\u00f6rs ist ein vielf\u00e4ltiger Anbau. So hat Herr Hodel verschiedene Obstb\u00e4ume, Blumen und Nadelgeh\u00f6lze in seinem Garten, die er je nach Jahreszeit und Erntemenge verarbeitet. Teilweise kauft er auch bei regionalen Obsth\u00f6fen zu oder pachtet Obstb\u00e4ume im Geo-Naturpark. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung gerade f\u00fcr einen Ein-Mann-Betrieb ist die B\u00fcrokratie. Hier findet er Unterst\u00fctzung in Netzwerken wie \u201eHandgemacht Saale-Unstrut\u201c.<\/p>\n<p>Herr Hodel w\u00fcnscht sich, dass kleine nachhaltige Beispiele wie das seine von den Kammern st\u00e4rker kommuniziert und unterst\u00fctzt werden, was in der anschlie\u00dfenden Diskussion von den Teilnehmern bef\u00fcrwortet wurde. Auch die Direktvermarktung sollte gest\u00e4rkt werden. Hier gibt es viele M\u00f6glichkeiten. Die IHK setzt das zum Teil bereits um, wie bei Catering und Gastgeschenken. Dies ist aber sicherlich noch ausbauf\u00e4hig, so Dr. K\u00fchling, insbesondere f\u00fcr kleinere Unternehmen. Auch die Handwerkskammer bietet Unterst\u00fctzung an, z. B. mit Gemeinschaftsst\u00e4nden bei Messen, erg\u00e4nzte Herr Sommer. Allerdings sei der Aufwand gerade f\u00fcr Kleinstunternehmen selten zu stemmen. Diese k\u00f6nnten es sich nicht leisten, den Betrieb mehrere Tage ruhen zu lassen, um auf der Messe pr\u00e4sent zu sein.<\/p>\n<p>Der Mittelteil der Veranstaltung wurde vom Vortrag von Dr. Matthias Henninger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des \u201eGeo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland e. V.\u201c, bestimmt. Der Verein ist Tr\u00e4ger eines der sechs Gro\u00dfschutzgebiete nach Landesrecht Sachsen-Anhalts. Der Naturpark umfasst 75 % des gesamten Artenspektrums der Flora des Bundeslandes mit einer gro\u00dfen Vielfalt an \u00d6kosystemen und Kulturlandschaften. Erl\u00e4utert wurde der Unterschied zum Biosph\u00e4renreservat, der sich auch in der finanziellen Ausstattung widerspiegelt. Ma\u00dfgeblich ist jedoch, dass ein Naturpark neben dem Erhalt einer hohen Biodiversit\u00e4t auch das Ziel hat, dem Menschen als Erholungsraum zu dienen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1275\" aria-describedby=\"caption-attachment-1275\" style=\"width: 347px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1275\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image6.jpeg\" alt=\"\" width=\"347\" height=\"260\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image6.jpeg 640w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image6-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 347px) 100vw, 347px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1275\" class=\"wp-caption-text\">Bienenlehrgarten Nebra<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als erster ostdeutscher Naturpark gegr\u00fcndet, ist der Geo-Naturpark Saale-Unstrut-Triasland kontinuierlich gewachsen, wobei sich konkrete Projekte an bestimmten Schl\u00fcsselarten orientieren, etwa den \u201eFlagships\u201c Orchideen. Als tragende S\u00e4ulen werden der Artenschutz und die Landschaftspflege gesehen, die mit Umweltbildung, Tourismus und Regionalentwicklung verkn\u00fcpft werden. Dabei wird trotz Zielkonflikten auf die Einbindung der lokalen Bev\u00f6lkerung gesetzt. Da es sich um eine alte Kulturlandschaft handelt, kann auch die extensive Nutzung Naturschutz sein, alternativ m\u00fcssen Pflegema\u00dfnahmen kontinuierlich gew\u00e4hrleistet werden.<\/p>\n<p>Anhand eines Praxisbeispiels, dem Laichhabitat Borgau, erl\u00e4uterte Dr. Henninger ausf\u00fchrlich die Projektkonzeption. Von der Idee, \u00fcber die Entwicklung, Umsetzung, Finanzierung, Zielstellung, Evaluierung bis hin zur nachhaltigen Verstetigung zeigte der Referent auf, was der Verein leisten kann und vor welchen Herausforderungen er steht. Dazu z\u00e4hlen die ausreichende Finanzierung f\u00fcr Pflegema\u00dfnahmen, das Risiko von R\u00fcckforderungen durch die Widerspr\u00fcchlichkeit mancher Rechtsvorschriften sowie die zeitintensive Beantragung von F\u00f6rdermitteln mit sehr komplexen F\u00f6rderbedingungen. Ein weiteres Problem sieht er darin, dass z. B. Arten, die durch eine bestimmte Nutzung angelockt werden, pl\u00f6tzlich unter Schutz gestellt werden, was nicht dem nat\u00fcrlichen Prozess entspricht.<\/p>\n<p>Bei einem Kuchenbuffet der oben erw\u00e4hnten B\u00e4ckerei \u201eSommerwerk\u201c wurde \u00fcber diese Herausforderungen ebenso lebhaft diskutiert wie \u00fcber den Aufbau klimaresistenter Laubw\u00e4lder nach mediterranem Vorbild. Kritische Stimmen gab es zur Sinnhaftigkeit von Streuobstwiesen f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t. Diese werden nach dem Anlegen meist nicht weiter gepflegt, weil die F\u00f6rderung ausgelaufen ist, verlieren aber dadurch ihren Nutzen.<\/p>\n<p>Nach der Pause folgten zwei weitere Unternehmensvorstellungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1279\" aria-describedby=\"caption-attachment-1279\" style=\"width: 270px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1279\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image11.jpeg\" alt=\"\" width=\"270\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image11.jpeg 640w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image11-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 270px) 100vw, 270px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1279\" class=\"wp-caption-text\">Bienenlehrgarten Nebra<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ulrike Kappis vom Schloss Zingst erl\u00e4uterte das Vorhaben, das nahe gelegene Schloss nicht etwa in ein neues Neuschwanstein zu verwandeln, sondern stattdessen ein nachhaltiges Nutzungskonzept zu entwickeln. Ziel ist es, hier als Vorbild zu wirken, um andere Akteure mitzuziehen. Mit Blick auf den Erhalt der Biodiversit\u00e4t komme dem ehemals verwilderten Schlosspark eine Schl\u00fcsselrolle zu. Hier kooperiert Frau Kappis beispielsweise mit dem Projekt \u201eInsektA\u201c (Integrativer Insektenschutz \u2013 Aktionsnetzwerk Mitteldeutschland), um das Gel\u00e4nde insektenfreundlich zu gestalten. Besucher und G\u00e4ste k\u00f6nnen durch zahlreiche Aktivit\u00e4ten die artenreiche Kulturlandschaft erleben und Informationen zur Biodiversit\u00e4t und ihren Schutz mitnehmen.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Ansatz m\u00f6chte die Nebraer Wohnungsgesellschaft, vertreten durch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Elke Arndt, auf ihren 20.000 Quadratmetern Gr\u00fcnfl\u00e4che etablieren. Die Anlage von Bl\u00fchwiesen, die einen geringeren M\u00e4hturnus erfordern, st\u00f6\u00dft jedoch immer wieder auf den Widerstand ihrer Mieter, die solche als ungepflegten Zustand wahrnehmen. Eine weitere Schwierigkeit ist das Anlegen von Beeten in Eigenregie der Mieter. So w\u00fcnschenswert dies ist und das Wohnumfeld bereichert, so wichtig ist letztlich eine dauerhafte Pflege, die z. B. bei Mieterwechsel nicht immer gew\u00e4hrleistet ist. Ein wertvoller Hinweis aus dem Publikum war, dass der Chemiepark Bitterfeld-Wolfen die anf\u00e4ngliche Skepsis abgebaut hat, indem Hinweisschilder aufgestellt wurden und ein Streifen von einem Quadratmeter neben den Wegen kurzgehalten wird. Dadurch ist erkennbar, dass die Wiesen weiterhin gepflegt werden.<\/p>\n<p>Im Anschluss an die Vortr\u00e4ge fand eine spannende F\u00fchrung durch den Bienenlehrgarten statt. Dies rundete das Netzwerktreffen, das reich an Informationen und Austausch war, in gelungener Weise ab.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1272\" aria-describedby=\"caption-attachment-1272\" style=\"width: 328px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1272\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image1.jpeg\" alt=\"\" width=\"328\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image1.jpeg 640w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/image1-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"(max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1272\" class=\"wp-caption-text\">F\u00fchrung durch den Bienenlehrgarten<\/figcaption><\/figure>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1281 alignright\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"315\" height=\"237\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-scaled.jpg 2560w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-300x226.jpg 300w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-1024x771.jpg 1024w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-768x578.jpg 768w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-1536x1157.jpg 1536w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_20240606_161616-2048x1542.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 315px) 100vw, 315px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 06. 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