{"id":1206,"date":"2023-07-28T12:18:05","date_gmt":"2023-07-28T10:18:05","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/?p=1206"},"modified":"2023-07-28T12:18:05","modified_gmt":"2023-07-28T10:18:05","slug":"8-netzwerktreffen-energieerzeugung-fuer-den-eigenbedarf-in-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/8-netzwerktreffen-energieerzeugung-fuer-den-eigenbedarf-in-unternehmen\/","title":{"rendered":"8. Netzwerktreffen &#8211; \u201eEnergieerzeugung f\u00fcr den Eigenbedarf in Unternehmen\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Das Energiethema ist momentan in aller Munde: Die Vermeidung hoher Kosten f\u00fcr die Energieversorgung, die Reduzierung des eigenen CO2-Aussto\u00dfes oder die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, das sind aktuell zentrale Anliegen vieler Unternehmen. Aus diesem Anlass organisierte das Kernteam des Netzwerkes \u201eNachhaltigkeit in der Wirtschaft\u201c unter dem Titel \u201eEnergieerzeugung f\u00fcr den Eigenbedarf in Unternehmen\u201c das 8. Netzwerktreffen. Etwa 40 Interessierte fanden sich im Lyzeum der Hochschule Anhalt in Dessau ein, um gemeinsam mit Experten aus Wirtschaft, Forschung, Verwaltung und Zivilgesellschaft \u00fcber dieses wichtige Thema ins Gespr\u00e4ch zu kommen. Zwischen vier Fachvortr\u00e4gen blieb bei hei\u00dfen und kalten Getr\u00e4nken Zeit, im Sinne des Netzwerkgedankens Kontakte zu kn\u00fcpfen und zu pflegen. Nach der Mittagspause in der Mensa fand eine F\u00fchrung durch das energieeffiziente Geb\u00e4ude des nahen Umweltbundesamtes statt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1208\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-scaled.jpg 2560w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-300x225.jpg 300w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-768x576.jpg 768w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010946-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p>Der erste Vortrag behandelte die Frage, ob Biogas noch eine Energiequelle der Zukunft ist. Dr. Klaus Kr\u00fcger, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft zur F\u00f6rderung von Medizin-, Bio- und Umwelttechnologien (GMBU), stellte zun\u00e4chst die Forschungsaktivit\u00e4ten im Bereich Biogas vor. Daraufhin wandte er sich der Rolle der Biogasgewinnung f\u00fcr die Energiewende zu. Da Biogas aus nachwachsenden Rohstoffen sowie verg\u00e4rbaren Abfallstoffen gewonnen werden kann, k\u00f6nnte es nach wie vor ein wichtiger Baustein beim Umstieg auf erneuerbare Energien darstellen. Weil sich das Biogas allerdings auch Kritik ausgesetzt sieht (etwa durch den Anbau von Monokulturen oder einer Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion) r\u00fcckt die Technologie zunehmend aus dem Fokus politischer Entscheidungstr\u00e4ger, sodass mit einem R\u00fcckgang der Produktion zu rechnen ist. Dr. Klaus Kr\u00fcger zeigte allerdings auf, dass Biogas als vom Wind oder der Sonne unabh\u00e4ngige und leicht speicherbare Energiequelle durchaus zukunftstr\u00e4chtig sein k\u00f6nnte. Die Verwertung biogener Abf\u00e4lle aus Biotonnen von Gro\u00dfk\u00fcchen oder der Lebensmittelindustrie unterst\u00fctzten gleichzeitig die regionale Kreislauff\u00fchrung. Auch Pflanzenanbau auf metallkontaminierten B\u00f6den (z.B. in Folge von Bergbau) w\u00e4ren f\u00fcr Biogasanlagen denkbar, wodurch die B\u00f6den gleichzeitig gereinigt und das Metall zur\u00fcckgewonnen werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Unter dem Titel \u201cEnergiegenossenschaften in B\u00fcrgerhand \u2013 M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmen?\u201c widmete sich J\u00f6rg Dahlke, Vorstand der Helionat eG, den Vorteilen einer b\u00fcrgerbeteiligungsorientierten Energieerzeugung f\u00fcr den Klimaschutz und die regionale Wertsch\u00f6pfung. Anhand der 2009 in Magdeburg gegr\u00fcndeten Helionat Energiegenossenschaft stellte der Referent das basisdemokratisch organisierte und auf die F\u00f6rderung der Mitglieder, nicht auf Gewinnmaximierung, ausgerichtete Konzept vor. Dieses sah bisher insbesondere Investitionen in Photovoltaikanlagen vor, doch auch eine B\u00fcrgerwindanlage ist in Planung. Hier ist man allerdings genauso auf starke Partner angewiesen, wie im Falle von B\u00fcrgersolarparks. Besonders eignen sich Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben, wobei Herr Dahlke auf Nachfrage darauf hinwies, dass Photovoltaikanlagen auf Fl\u00e4chen mit niedrigen Bodenwerten errichtet werden und insofern keine Konkurrenz zur landwirtschaftlichen Nutzung darstellen. Zudem bietet es den Betrieben die M\u00f6glichkeit, sich zu diversifizieren.<\/p>\n<p>Nach einer Kaffeepause stand die \u201eEnergie im Abwasser\u201c im Fokus. Kristian Dietrich, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Gemeinschaftskl\u00e4rwerk Bitterfeld-Wolfen GmbH, erl\u00e4uterte den Betriebszweck, eine sichere, fach- und umweltgerechte Behandlung kommunalen und industriellen Abwassers sowie kontaminierten Grundwassers und dessen Einleitung in die Mulde zu gew\u00e4hrleisten. Nach dem die Region um Bitterfeld Ende der 1980er Jahre kurz vor dem Umweltexodus (Stichwort Silbersee) stand (Phase I), fand ein Paradigmenwechsel hin zu \u201eBeseitigung, Entsorgung, Behandlung\u201c statt (Phase II). Nun sollen in einer Phase III die Potentiale von Abwasser genutzt werden.<\/p>\n<p>Neben Wasser, Energie (zum Beispiel im Kl\u00e4rschlamm gebundenes Biogas) und W\u00e4rme sind das unter anderem Kompost und Cellulose, D\u00fcnger, Chemikalien, Pharmaka, Bioplastik, Sand Aschen und seltene Erden. Auch ein Biomonitoring w\u00e4re denkbar, zum Beispiel \u00fcber Krankheitserreger oder Drogen. Auch k\u00f6nnen Kl\u00e4ranlagen als Speicher f\u00fcr Sonnen- und Windenergie dienen. Um diese Potentiale zu nutzen, gibt es allerdings noch eine Reihe an Herausforderungen, besonders im Bereich social-technological planning and design methodology. So fehlten Fachkr\u00e4fte, die begeistert mitgestalten und umsetzen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend informierte Max Werlein, wissenschaftlicher Mitarbeiter vom Fachgebiet V 1.3 \u201eErneuerbare Energien\u201c des Umweltbundesamtes \u00fcber Ziele und Rahmenbedingungen f\u00fcr Unternehmen, die erneuerbare Energien zum Eigenbedarf nutzen wollen. Herausfordernd ist etwa der Konflikt zwischen Bedarfs- oder Erzeugungsorientierung. Zentral beleuchtete der Referent die Frage nach der Etablierung von Erneuerbare-Energie-Gemeinschafen (EnergySharing), wie das in \u00d6sterreich praktiziert wird. Als Ergebnis der Er\u00f6rterung kann angesehen werde, dass f\u00fcr Unternehmen die sogenannten Corporate Power Purchase Agreements, das sind langfristige Vertr\u00e4ge zwischen dem Eigent\u00fcmer einer Anlage zur Nutzung erneuerbarer Energien und einem unternehmerischen Abnehmer \u00fcber die Lieferung von gr\u00fcnem Strom, am sinnvollsten erscheint. Letztlich entscheidend f\u00fcr eine gesamtstaatliche Energiewende ist allerdings der Netzausbau.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1209\" src=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1920\" srcset=\"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-scaled.jpg 2560w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-300x225.jpg 300w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-768x576.jpg 768w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1010959-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/p>\n<p>Bei der von Dr. Wolfgang Scheremet, Leiter des Zentralbereichs des Umweltbundesamtes, geleiteten F\u00fchrung durch die Beh\u00f6rde lag der Fokus auf einer Architektur, die bereits in den 1990er Jahren w\u00e4hrend der Planung vergleichsweise umwelt- und gesundheitsvertr\u00e4gliche sowie sparsame Konzepte in Bezug auf die Baustoffe, das Design und die Energieversorgung vorgesehen hatte. Dieses Niedrigenergiegeb\u00e4ude (&lt;100 KWh\/m<sup>2<\/sup>) mit passiver Klimatisierung und Erdw\u00e4rmetauschanlage, 2005 er\u00f6ffnet, demonstriert und dokumentiert das Konzept des nachhaltigen Bauens. Die Technologien sind derweil erheblich verbessert worden, so dass f\u00fcr weitere 100 Arbeitspl\u00e4tze ein Plusenergiegeb\u00e4ude gebaut wurde, welches im Herbst er\u00f6ffnet werden soll.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Energiethema ist momentan in aller Munde: Die Vermeidung hoher Kosten f\u00fcr die Energieversorgung, die Reduzierung des eigenen CO2-Aussto\u00dfes oder die Nutzung erneuerbarer Energiequellen, das sind aktuell zentrale Anliegen vieler [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206"}],"collection":[{"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1206"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1211,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1206\/revisions\/1211"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1206"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1206"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1206"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}