{"id":1063,"date":"2022-07-13T14:44:59","date_gmt":"2022-07-13T12:44:59","guid":{"rendered":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/?p=1063"},"modified":"2022-07-13T14:44:59","modified_gmt":"2022-07-13T12:44:59","slug":"6-netzwerktreffen-thema-kreislaufwirtschaft-von-kunststoffabfaellen-und-kunststofffreien-hanfbaustoffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nachhaltig-wirtschaften-mitteldeutschland.de\/startseite\/6-netzwerktreffen-thema-kreislaufwirtschaft-von-kunststoffabfaellen-und-kunststofffreien-hanfbaustoffen\/","title":{"rendered":"6. Netzwerktreffen &#8211; Thema: Kreislaufwirtschaft \u2013 Von Kunststoffabf\u00e4llen und kunststofffreien Hanfbaustoffen"},"content":{"rendered":"<p>Stoffkreisl\u00e4ufe und Wertsch\u00f6pfungsketten standen im Mittelpunkt des 6. Netzwerktreffens am 6. Juli 2022, das wieder spannende Inputs bot. Dem Netzwerken der 25 Teilnehmenden dienten neben dem Netzwerk-Padlet auch der Austausch in Kleingruppen.<\/p>\n<ul>\n<li>Im Bereich Kunststoffkreislaufwirtschaft ist noch viel zu tun, das zeigte der Input von Prof. Dr. Ing. Mathias Seitz von der Hochschule Merseburg, Bereich Verfahrenstechnik\/Technische Reaktionsf\u00fchrung. Auch wenn j\u00e4hrlich 5,3 Mio.t Post-Consumer-Plastikabf\u00e4lle in Deutschland anfallen, werden davon nur ca. 0,81 Mio. t als Rezyklate wiederverwendet. Ein gro\u00dfer Teil davon macht das PET-Flaschenrecycling aus. Vielmehr geht der gr\u00f6\u00dfte Teil der Kunststoffabf\u00e4lle noch immer in die thermische Verwertung. Recyclingstrategien sto\u00dfen auf gro\u00dfe Hindernisse, denn viele Kunststoffabf\u00e4lle sind in Verbundmaterialien gebunden, mit unterschiedlichsten Fremdstoffen verunreinigt oder verursachen in chemischen Recyclingverfahren toxische Reaktionen. W\u00e4hrend das mechanische Recycling die Quoten nicht erf\u00fcllen kann und Kunststoffe minderer Qualit\u00e4t ergibt, kann chemisches Recycling zwar hochwertige Neuware erzeugen, ist aber aufw\u00e4ndiger. Diese und weitere Verfahren sollten sich somit erg\u00e4nzen. Die Kunststoffhersteller in Mitteldeutschland verfolgen bereits unterschiedliche Recyclingpfade. Das chemische Recycling und die Abnahme durch die chemische Industrie b\u00f6ten die Chance f\u00fcr Wertsch\u00f6pfungsketten in der Region, so das Ergebnis seiner Studie zur Verwertung von Kunststoffen.<br \/>\nZu allererst muss es aber darum gehen, so wenig Abf\u00e4lle wie m\u00f6glich zu erzeugen und diese nur in hoher Qualit\u00e4t. Der wichtigste Teil der L\u00f6sung liegt dabei in der Standardisierung der (Verpackungs)Produkte: Gemeint sind sortenreine Materialien, gleiche Form und gleiche Funktionalit\u00e4t f\u00fcr bestimmte Verwendungen (wie etwa Lebensmittel). Dar\u00fcber hinaus braucht es ein R\u00fccknahmesystem. Nicht vermeidbare Kunststoffe lie\u00dfen sich dann zun\u00e4chst wiederverwenden und, wenn sie am Ende zu Abfall werden, einfacher in gleiche Qualit\u00e4ten trennen. Bislang werden die Recyclingquoten nicht eingehalten. Hilfreich w\u00e4re eine G\u00fctegemeinschaft der Industrie und des Handels, die sich Schritt f\u00fcr Schritt auf eine solche Vereinheitlichung verst\u00e4ndigen, statt immer neue Kunststoffmengen zu produzieren und in Umlauf zu bringen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr weitere Informationen verweist Prof. Seitz auf die Dokumentation \u201e<a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/dokus-im-ersten\/dokumentarfilm-im-ersten-die-recyclingluege\/das-erste\/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL3JlcG9ydGFnZSBfIGRva3VtZW50YXRpb24gaW0gZXJzdGVuL2YwMTFjNmY0LTc1MGUtNDc5Mi1iZDgyLWRkZDM4YTNhMWU4Yw\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Recycling-L\u00fcge<\/a>, die in der ARD-Mediathek zu finden ist, sowie auf seine Studie zur Verwertung von Kunststoffabf\u00e4llen, abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.steinbeis-edition.de\/out\/pictures\/media\/215424.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.steinbeis-edition.de\/out\/pictures\/media\/215424.pdf<\/a><\/p>\n<ul>\n<li>Gro\u00dfe Chancen bieten der Anbau und die Verarbeitung von trockenstressresistentem Hanf f\u00fcr den S\u00fcden Sachsen-Anhalts, davon ist Ria Elstner, Vorstand der Hanffaser GEISELTAL, \u00fcberzeugt. Die Genossenschaft in Gr\u00fcndung kooperiert mit der Hanffaser Uckermark eG und kann damit auf langj\u00e4hrige Erfahrungen in der Hanfverarbeitung zur\u00fcckgreifen. Durch die Uckermark kann der deutschlandweite Bedarf an Hanfprodukten bereits nicht mehr gedeckt werden. Auf einer Fl\u00e4che von mind. 600 Hektar soll im Geiseltal in K\u00fcrze Hanf wachsen, den die Genossenschaft i. G. mit 20 Arbeitskr\u00e4ften ausschlie\u00dflich zu D\u00e4mm- und Baustoffen verarbeiten will. Dabei ist eine Produktion g\u00e4nzlich ohne Abfallstoffe geplant. Letzte Reste k\u00f6nnen beispielsweise als Mulchmaterial oder f\u00fcr vollkompostierbare Kunststoffe verwertet werden.<br \/>\nIn der Region k\u00f6nnten weitere Betriebe rund um die Hanfverarbeitung entstehen, denn Hanf kann u.a. auch zu Kosmetik oder medizinischen Zwecken verarbeitet werden. Arbeitspl\u00e4tze sind au\u00dferdem in der Landwirtschaft, die bereits starkes Interesse signalisiert, im Handwerk, im Handel und in der Logistik zu erwarten. Die Hanffaser Geiseltal eG i. G. m\u00f6chte das Thema Nachhaltiges Bauen durch begleitende Forschung, Entwicklung sowie Aus- und Weiterbildungen mit Unterst\u00fctzung der Hochschule Merseburg vorantreiben und einen Innovationsstandort etablieren. Vor allem aber m\u00f6chte sie schnell eine komplett kunststofffreie Alternative zu herk\u00f6mmlichen, nicht nachhaltigen Baumaterialien liefern, bei denen sich bereits heute Engp\u00e4sse abzeichnen. Da es auch in anderen Bundesl\u00e4ndern kleinere Hanffabriken und -initiativen gibt, ist l\u00e4ngerfristig ein Netz regionaler Cluster angedacht, das gemeinsam den bundesweiten D\u00e4mmstoffmarkt erobert und dennoch unn\u00f6tige Transporte und Monokulturen in den Regionen vermeidet. Investierende Genossenschaftsmitglieder sind im Geiseltal gerne willkommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kontakt: ria.elstner@fbz-merseburg.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stoffkreisl\u00e4ufe und Wertsch\u00f6pfungsketten standen im Mittelpunkt des 6. Netzwerktreffens am 6. Juli 2022, das wieder spannende Inputs bot. 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